Lernkurve – Wie findet Lernen eigentlich statt?

Eine Lernkurve stellt den Erfolg des Lernens über eine gewisse Zeit grafisch dar. Dabei wird der Lernertrag (das Wissen) in Bezug zum Lernaufwand (Zeit) gesetzt.

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Zu Beginn einer Lernphase werden häufig noch viele Fehler gemacht, später, durch Übung und Wiederholung nehmen die Fehler ab. In weiterer Folge erreicht man ein Lernplateau, wo scheinbar nichts mehr dazu gelernt wird. Bleibt man aber beharrlich bei der Lernaufgabe, wird ein nochmaliger Anstieg der Lernkurve erfolgen, in der plötzlich die Zusammenhänge den Lernenden klar erkennbar werden.

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Eine Lernkurve besteht dem zu Folge aus zwei Komponenten:

Ø Wissen + Können,

Ø Zeit + Wiederholung.

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Es gibt keinen Menschen, der die identischen Gedächtnisinhalte, wie eine andere Person besitzt. Denn das Wissensnetz ist individuell besetzt. Auf Grund verschiedener bewusster und unterbewusster Erfahrungen, Gefühle und Erlebnisse sind unsere „Lernfäden“ unterschiedlich aufgebaut.

Durch Reize werden individuell die Fäden unseres Wissensnetzes aktiviert und mit neu zu lernende Wissensinhalte verknüpft. Meist bilden sich Assoziationen, die von unseren Gedanken gesteuert werden können und ein Lernvorgang läuft ab. Ein weiterer wichtiger Faktor in Bezug auf Lernen ist, die Tageszeit und die emotionale Empfindung zum Zeitpunkt der Aufnahme und Verarbeitung von Infos.

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Wenn wir aufgewühlt sind und Emotionen unsere Handlungen beeinflussen, dann sind Teile unseres Gehirns blockiert und lassen keine neuen Informationen vorbei. Sie blockieren das Denken wobei dies für die Aufnahme sowie für die Wiedergabe gilt. Sehr bekannt sind in diesem Zusammenhang die Begriffe Prüfungsangst, Lampenfieber, Lernblockaden, Lernblackouts…..

Auch die Tageszeit beeinflusst die Aufnahme von Lerninhalten. Wir durchlaufen jeden Tag Phasen der vollen Konzentration und andere Phasen, in denen wir uns nicht konzentrieren können. Es ist unser Biorhythmus. Lernprofis versuchen sich nach ihren Biorhythmus die Aufgaben einzuteilen.

Lernen ist für uns Menschen sehr wichtig, damit wir überleben können, deshalb fällt es unserem Gehirn schwer Unwichtiges abzuspeichern. Je besser wir etwas begreifen und verstehen, desto besser erfolgt die Aufnahme und Speicherung der Information.

Emotionen können den Lernvorgang aktivieren oder stören. Dagegen kann die Motivation, als klar definierte Ziele, uns beim Lernen beflügeln kann.

 

Viele Wege führen zum Lernerfolg, das bedeutet, dass verschiedene Lernmethoden eingesetzt werden sollen damit der Lernstoff besser verankert wird. Ein entscheidender Grundgedanke fehlt noch beim erfolgreichen Lernen, nämlich die Intensität. Beim Lernvorgang muss man auf das zu lernende Thema voll fokussiert sein.

 

Als Beispiel ein Lernweg: 

Tag 1:

banner-916669_1280png45 Minuten aus den Skriptum lernen, Schlüsselbegriffe unterstreichen und danach ein Reflexionsphase – Wiederholung starten. Eine gute Methode dafür ist die ABC-Methode. Auf einem A4 Blatt werden die Buchstaben des Alphabetes senkrecht geschrieben. Mit einer Stoppuhr begrenzt man die Zeit auf 3 Minuten. In dieser Zeit werden die Schlüsselwörter des bearbeiteten Textes auswendig geschrieben.  Nun soll eine Stunde eine andere Tätigkeit wie 11jpg ein Spaziergang, Sport, Kochen oder musizieren 12jpg ausgeführt werden.

pixel-cells-3704048_1280pngFür den nächsten Block wird eine Übersicht des Lernstoffes verfasst. Sehr gut eignet sich dafür Mindmaps. Diese Gedankenmappen sind sehr kreativ und können immer weiter ausgebaut werden.

In der Mitte eines A3 Blattes wird das Thema geschrieben und bunt verziert. Die Nebenäste beinhalten die Kapitel des Themas. Für jeden Ast soll eine andere Farbe verwendet werden.

Nach 45 Minuten wird wiederholt, indem eine neue ABC-Liste angelegt wird.

Nach 3 Minuten vergleicht man die Listen und wird schon einen Wissenszuwachs feststellen. Für diesen Tag beendet man die Arbeit.

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Tag 2:

Am nächsten Tag werden Karteikarten geschrieben. Auf einer Seite den Schlüsselbegriff auf der Rückseite die Erklärung.

Diesmal werden zur Wiederholung die Schlüsselbegriffe beantwortet ohne die Rückseite zu betrachten.

Eine Stunde Pause mit Sport, Spaziergang, Kochen, Gartenarbeit und dann beginnt der 4. Block.

Man erstellt Fragen zu dem Thema. Als Wiederholung beantwortet man diese Fragen und Kontrolliert das neu erworbene Wissen.

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Tag 3:

Der nächste Schritt ist in einer Gemeinschaft einer Lerngruppe. In einer Lerngruppe tauschen die Gruppenmitglieder ihre Arbeiten aus und ergänzt eventuell Aspekte, die sie vergessen haben.

Tag 4:

Nun sollten die Inhalte des Lernstoffes klar sein und die Karteikarten werden vervollständigt. Die Fragen werden ebenso als Karteikarten ausgearbeitet und nun werden die Karteikarten in einem täglichen Block von je 20 Minuten wiederholt einmal die Schlüsselwörter, dann die Fragen. 17jpg

Tag 5:

Für Begriffe, die immer wieder vergessen werden ist ein Lernplakat in unmittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes hilfreich. 18jpg

Durch diese vielfältigen Methoden und ein lernen in 45Minuten Blöcken kann nach einer Woche konzentrierten Lerntrainings ein Wissenszuwachs festgestellt werden. 19jpg

Kurze Zusammenfassung:

1. Tag: 45 Minuten Skriptum lernen, Schlüsselbegriffe unterstreichen,
                Reflexion 3min ABC-Liste.

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              45 Minuten Mindmap; Reflexion 3min ABC-Liste

2. Tag: 45 Minuten Karteikarten Schlüsselbegriffe;
            Reflexion Schlüsselbegriffe erkennen und wissen.

              PAUSE

            45 Minuten Karteikarten eigene Fragen;
            Reflexion Fragen beantworten.

3. Tag: Lerngruppe Austausch

4. Tag: Alles fertig ausarbeiten Reflexion ABC-Liste

5. Tag – zur Prüfung 2x20Minutenblöcke Fragen - Schlüsselwörter

 

Wichtig ist beim Lernen keine langen Zeiteinheiten zu planen, sondern die 45 Minuten voll konzentriert zu Arbeiten und diese Phase immer mit einer Wiederholung abzuschließen.

Die Pause sollte dann eine Ablenkung sein, eine andere Tätigkeit, die sich vom Lernen klar unterscheidet.

 

Geschichten und Bilder helfen beim Lernen.

Begeisterung und Motivation sind wichtig um gut zu Lernen.